Für eine Hand voll Euro mehr
Rein nach dem Gesetz
Das Grundgesetz gibt jedem die Freiheit, einen Nebenjob auszuüben. Der Chef kann es einem nicht verbieten. Die Tücke steckt jedoch im Arbeitsvertrag. Wie sag ichs meinem Chef? Und was sag ich ihm? Muss ich überhaupt? Die einen müssen aus finanziellen Gründen nebenher arbeiten, andere wiederum wollen einfach ein paar Euro mehr haben.
                          Nebenher als Kellnerin arbeiten

Melanie Förster gehört zu den Nebenjobbern. Sie arbeitet hauptberuflich 38,5 Stunden als Arzthelferin in einer Zahnarztpraxis und kellnert seit kurzem nebenher „Im Hinterstübchen“. Zweimal die Woche, jeweils von 22 bis 24 Uhr. Das Verhältnis zu ihrer Chefin in der Arztpraxis ist gut ­– und soll es auch bleiben. „Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß“, denkt Melanie und sagt ihr deshalb nichts von der Nebentätigkeit. Ein bisschen Sorgen macht sie sich trotzdem: Was passiert, wenn ihre Arbeitgeberin durch Zufall mal in der Kneipe auftaucht?

Klauseln im Arbeitsvertrag

Melanies Angst ist nicht ganz unberechtigt. Nach dem Grundgesetz darf ein Arbeitnehmer in seiner Freizeit zwar tun, was er will, und darunter fällt auch ein Nebenberuf. In Arbeitsverträgen, vor allem wenn es Formularverträge sind, stehen aber häufig besondere Klauseln zur Nebentätigkeit.
Diese Klauseln sind in der Regel gültig, schließlich hat der Arbeitnehmer den Vertrag freiwillig unterschrieben. Selbst wenn nichts im Vertrag steht, können Hindernisse für Nebenjobber auftauchen – etwa in der Betriebsverordnung oder im Tarifvertrag.

In Melanies Vertrag steht, dass die Aufnahme einer Nebenbeschäftigung der „Genehmigung des Arbeitgebers“ bedarf. Das ist in Ordnung. Chefs dürfen sich die Zustimmung zum Zweitjob vorbehalten , sogar dann, wenn der Nebenjob ein Ehrenamt ist.
Verweigern dürfen sie die Zustimmung allerdings nur dann, wenn die Nebentätigkeit ihre „berechtigten Interessen“ berührt. Dazu gehört natürlich das Interesse an der zuverlässigen Arbeit des Beschäftigten.
Würde Melanie ständig bis in die ­frühen Morgenstunden arbeiten und könnte deshalb im Hauptjob kaum noch die Augen aufhalten, dürfte die Zahnärztin ihr das Kellnern verbieten. Gleiches gilt, wenn Melanie in der konkurrierenden Zahnarztpraxis in der Nachbarschaft jobbte. Schließlich sind Arbeitnehmer ihrem Brötchengeber zur Loyalität verpflichtet.

Besonders gesetzlich geregelt ist das Nebentätigkeitsrecht für Staatsdiener: Beamte sowie Angestellte und Arbeiter des öffentlichen Dienstes müssen sich einen bezahlten Nebenjob immer genehmigen lassen.
 
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